Jonny Nash – Einst war es unser für immer
LABEL: Melody As TruthDer in den Niederlanden ansässige Künstler Jonny Nash kehrt mit seinem neuen Soloalbum „Once Was Ours Forever“ zu Melody As Truth zurück. Aufbauend auf „Point Of Entry“ (2023) zieht uns diese Sammlung von elf Kompositionen noch tiefer in Nashs eindringliche, sich langsam ausweitende Welt hinein und verbindet mühelos die Punkte irgendwo zwischen Volksmusik, schwebendem Jazz und Traumklang-Pop.
Während „Point Of Entry“ von seiner gelassenen, taghellen Stimmung geprägt war, kommt „Once Was Ours Forever“ in Schattierungen der Dämmerung und milchigem Licht daher und entfaltet sich wie ein langsam ziehender Sonnenuntergang. Aus Schichten sanft gezupfter Gitarre, klanglichen Pinselstrichen, schwebenden Melodien und hallgetränktem Gesang gebaut, kommen und gehen die Augenblicke – flüchtig und vergänglich.
Von der kosmischen Americana von „Bright Belief“ bis zu den üppigen, geschichteten Klanggeweben des Schuhblickens in „The Way Things Looked“ steht Nashs vielseitiges Gitarrenspiel im Mittelpunkt dieses Albums, behutsam getragen von einer Reihe Mitwirkender, die jeweils ihre eigenen, unverwechselbaren Akzente setzen. Der kanadische Schwebjazz-Saxophonist Joseph Shabason ist erneut dabei und steuert seine zarten Anschwellungen zu „Angel“ bei. Saxophon kommt außerdem von Shoei Ikeda (Maya Ongaku), Violoncello von Tomo Katsurada (ex-Kikagaku Moyo), und die Tokioter Säure-Volkskünstlerin Satomimagae (RVNG) leiht „Rain Song“ ihren unheimlich vielschichtigen Gesang.
Wie bei vielem aus Nashs Schaffen findet „Once Was Ours Forever“ mit sicherer Hand ein Gleichgewicht zwischen Sanftheit und Gewicht und lässt der Hörerschaft reichlich Raum, die Musik nach eigenen Maßstäben zu deuten und in ihr zu wohnen. Durch seine unheimliche Fähigkeit, das Ländliche und das Tiefgründige, das Idyllische und das Einsichtsvolle zu verbinden, erscheint „Once Was Ours Forever“ als zarte, zurückhaltende Gabe – durchwärmt von Herzlichkeit und Mitgefühl.