Ekambi Brillant – Afrikanische Funk-Experimente (1975-1982)
LABEL: Africa SevenEkambi Brillant wurde 1948 im Dorf Dibombari in Kamerun geboren. 1962 besuchte er die Schule in Yaoundé und erlernte sein musikalisches Handwerk. 1971 zieht es ihn in das Großstadtglitzern von Douala. Dort findet er sich in einem französischen Fernseh-Musikwettbewerb wieder, der im Nachtklub „Le Domino“ ausgetragen wird. Hier begegnet er anderen kamerunischen Musiklegenden wie Manu Dibango und Francis Bebey. Der Sieg im Musikwettbewerb verschafft ihm den nötigen Durchbruch, und 1972 erhält er mit Unterstützung des befreundeten Barden JK Mandengué einen Plattenvertrag bei Phonogram sowie seine ersten Erfolge in Frankreich. 1975 setzt unsere heitere Geschichte wieder ein. Denn 1975 wird es ein wenig funkig. Genau so mögen wir es hier bei Africa Seven. In Zusammenarbeit mit dem französischen Produzenten, Gitarristen und Alleskönner Slim Pezin schafft er das Album „Africa Oumba“. In den beiden folgenden Jahren nimmt er ebenfalls mit Slim die Alben Soul Castle und Djambo's Djambo's ? auf. Unsere Zusammenstellung richtet den Blick auf die funkigere Seite von Ekambis Musik, überwiegend aus den Jahren 1975 bis 1978. Los geht es mit unserem Erkennungslied „Africa Africa“ (natürlich). Sein stammeshaft verdrehter psychedelischer Funk ist der vollkommene Auftakt für jedes Album. Dann geht es weiter mit „Aboki“, vielleicht Ekambis bestem Füller für die Tanzfläche. Als Nächstes kommen die abgehackten Disko-Streicher und der gezupfte Bass von „Nyambe“, der wirbelnde afrikanische Schwung von „N'Kondo“ und der pulsierende Hack-Funk von „Ekila“. Die Rückseite beginnt mit „Soul Castle“, einer Erzählung aus dem Alltag unseres Helden. „Massoma“ und sein Funk-Boogie bringen als Nächstes alles zum Wippen, bevor „Machine Ma Bwindea“ uns druckvolle Bläser und tief liegende Funk-Rillen liefert. „Mother Africa“ zeigt uns Ekambis Kraft als Liedschreiber und schafft es zugleich, eine der funkigsten Basslinien mit Kammfilter zu haben, die wir seit Langem gehört haben. Den Abschluss bildet der Schwung im Swing-Takt von „Lambo Lena“. Ekambi Brillant wurde später zu einer der großen Legenden der kamerunischen Musik, mit nahezu 20 Alben auf seinem Konto. Er hat zur Entstehung mehrerer kamerunischer Künstler beigetragen, etwa Marthe Zambo, Valéry Lobé, Aladji Touré und Africans. Heute verbringt er seine Zeit in Kamerun und Washington DC. Ekambi, wir grüßen Sie, mein Herr.