Sternengucker – Sternengucker
LABEL: Night DreamerDas selbstbetitelte Debütalbum des visionären, in Amsterdam ansässigen Ensembles Stargazers! Ausgehend vom geistlichen, freiheitsgetriebenen Klang des schwarzen Jazz der 60er/70er Jahre haucht Stargazers dem nachdenklichen, still ausgearbeiteten und bislang verborgenen musikalischen Tagebuch des Orchestrators, Saxophonisten, Flötisten und Komponisten des Ensembles, Finn Peters, neues Leben ein. Als unmittelbar auf Platte geschnittenes Livealbum veröffentlicht, markiert Stargazers Peters’ Einstand in Night Dreamer’s angesehener Direkt-auf-Platte-Reihe und reiht sich ein neben Emma-Jean Thackray, Gary Bartz & Maisha, Sarathy Korwar und Knoel Scott mit Marshall Allen. Wie alle Beiträge der Reihe wurde es live in den Artone Studios aufgenommen, ohne nachträgliche Einspielungen direkt auf Schallplatte geschnitten und lässt so die Drahtseilkunst des Zusammenspiels der Gruppe lebendig werden. Vom versunkenen Tiefen-Jazz von „Loempia“ bis zur entrückten, astralen Improvisation des Titelstücks präsentiert Stargazers eine flüssige, souveräne Sammlung eigener Stücke und Deutungen des geistlichen Jazz, die die Vermächtnisse von John Coltrane und Sun Ra – dessen „Theme of the Stargazers“ den Titel anregte – in schimmernde neue Sphären führt.
Mit dem Blick zum Himmel als Quelle der Anregung verbindet Peters persönliche Kompositionen wie „91 Ships“ mit Verneigungen wie „Clifford Jordan“ und erweist damit der Reihe der Saxophonisten, die vor ihm kamen, seine Ehre. Für Peters folgt das Album auf eine Zeit intensiven persönlichen Wachstums. Nachdem er sich als Begleitmusiker einen starken Ruf erarbeitet hatte (und auf Hunderten von Platten zu hören ist) – unter anderem für Steve Reid, Matthew Herbert, Kaidi Tatham, Zero 7 und die Dub-Legende Scientist (an dessen Night Dreamer-Sitzung Peters mitwirkte) –, nahm sich der in Devon geborene Saxophonist eine selbst auferlegte Auszeit, kehrte zur Natur zurück, um Anregung zu finden, und zog nach Amsterdam. Diese Entwicklung wird von Paul Bradshaw in den Begleittexten zum Album weiter ausgeführt, die Peters’ Weg nachzeichnen, wie er sich in einer Stadt neu verortet, deren Jazzgeschichte Wurzeln in Afrika, der Karibik und darüber hinaus hat. Gemeinsam mit den Geschwisterpaaren der Rhythmusgruppe Yoran und Yariv Vroom, dem Bassisten Jeroen Vierdag, Timothy Blanchet an den Tasten und Gideon Tazelaar am Tenorsaxophon machte sich Peters daran, eine neue Platte zu formen, die sowohl die Spannweite seiner Einflüsse als auch das bewegungsreiche Zusammenspiel seiner vollendeten Improvisatoren und die Vielseitigkeit seines eigenen Spiels auf Altsaxophon, Flöte und Moog abbilden sollte.