Doof – Dubplatte Nr. 7: Liebe Dub So
LABEL: MysticismsDie Dubplate-Reihe von Mysticisms kehrt zurück und holt Nick Barber alias die Trance-Ikone der 90er Doof zum Label: Erstmals erscheinen ausgewählte, zuvor nur digital erhältliche Dub-Aufnahmen auf Schallplatte.
Direkt auf Band aufgenommen, am Mischpult neu gemischt und live gedubbt, wurden die Stücke von Nick aus den Originalbändern neu gemastert und so wieder zum Leben erweckt. Unter dem Namen Doof wurde Nick als Wegbereiter des frühen Trance-Booms bekannt; seine Debüt-EP beim Mute-Record-Ableger Novamute brachte ihn an die Spitze der aufblühenden Szene. Weitere EPs folgten, unter anderem bei Youths wegweisendem Dragonfly-Label und bei den berüchtigten TIP Records.
Nachdem sein Debütalbum von 1996 zu einem der prägenden Alben des frühen Psy-Trance-Klangs geworden war, ging Doof weltweit auf ausgedehnte Tourneen – von Brasilien bis Japan. In dieser Zeit begann er, mit seiner Liebe zum Dub zu experimentieren. „Chill-out“ oder langsameres Tempo war schon lange Teil des Acid-House- und später des Trance-Erlebnisses; durch die Verbindung von Dub-Einflüssen mit Ambient- und psychedelischen Elementen verbreitete sich der sich entwickelnde Digi-Dub-Klang.
Hier entsteht Love Dub So. Aufgenommen ebenso sehr zum persönlichen Vergnügen, wobei einiges auf Sampler-CDs jener Zeit erschien, wurde schließlich 2010 bei Dubmission ein „Best-of“-Album veröffentlicht. Inzwischen von der elektronischen Szene ernüchtert, wandte sich Nick seinen akustischen Aufnahmen zu, angeregt durch seine Erfahrungen in Heilzeremonien; doch seine Dub-Aufnahmen gingen nicht verloren. In Zusammenarbeit mit Mysticisms für die nächste Dubplate werden vier seiner Experimente präsentiert.
Mit dabei ist sein Klassiker Baba, Love Dub So; dafür hat er eigens für diesen Schallplattenschnitt einen neuen Live-Dub-Mix gestaltet. Aufgebaut auf dem berüchtigten Baby I Love You So-Riddim aus Augustus Pablos Produktion von 1974 für Jacob Miller – die wiederum Herman Chin-Loys „Jah Jah Dub“ aus dem Vorjahr nutzt – wurde das Stück zum Klassiker, berühmt nachgespielt von Dennis Brown und, auf inspirierende Weise, von Colourbox. Doofs Fassung bringt das Ganze auf den neuesten Stand – als wunderbares, ausgedehntes Ambient-bis-4/4-Dub-Neuwerk.
Dazu kommt der Trip-Hop-Dub von Mantra. Eine Zeitkapsel jener späten 90er-Erinnerung an „Dopes on Plastic“”. Den 4/4-Tritt bringt auf der Rückseite Skunked On Planet Dub zurück: ein rauchgeschwängerter, heißer Londoner Sommertag – der echte Digi-Dub-Groove, der mit lässigem Schwung federt und die Kippe hin und her dreht.
Sticks And Stones vervollständigt die Dubplate-Schallplatte: ein Dub-House-„Schlagzeug und Bass“, überlagert von psychedelischen Schwingungen und säureartigem Wabern, das nie versagt. Doof dem Namen nach, Dubplate dem Wesen nach.
Liebe das Geheimnis.