Wallace - Weidenbaum EP
LABEL: CWPTNachdem Wallace seine Produktionskraft zunächst in sein eigenes Tartan-Label gesteckt hatte, entwickelte sich seine Musik rasch zu einem Kult unter Plattensammlern und einflussreichen DJs wie Gilles Peterson, Optimo, Hunee und Ryan Elliott. Ein weiterer Unterstützer ist Palms Trax, Gründer von CWPT, der nach Veröffentlichungen bei Studio Barnhus und Rhythm Section vier heiß begehrte Stücke für die siebte Veröffentlichung des Labels sichert, die jeweils Wallaces unverwechselbare und beneidenswerte Fähigkeiten als Tontechniker sowie seine Bereitschaft zeigen, jene organische Euphorie zu entfachen, von der DJs träumen. Unter den Kuriositäten, Raritäten und anderen Funden, die Palms Trax’ Sets im vergangenen Sommer durchzogen, hat es der Titeltrack „Willow“ geschafft, ganze Club- und Festival-Tanzflächen wie kaum ein anderer zu erheben. Ausgehend von einer Disco-Percussion-Schleife bringt „Willow“ bald energiegeladene Melodien und ein fesselndes Gefühl von etwas Ätherischem, das scheinbar alte Tricks mit aufregenden neuen Geschmacksnoten neu belebt: Wenn Sie dieses Jahr nur bei einem Höhepunkt die Hände heben, bitten wir Sie, es bei diesem zu tun. Diese erfrischende Verbindung von Pracht und Zweck zeigt sich noch deutlicher bei „Breathe“, einer zeitgenössischen elektronischen Kampfwaffe, deren Brüche- und Basslinien-Anordnung zwischen schwereloser Wunderwelt und ernsthafter Schwere schwankt. Mit der Detailfülle und Atmosphäre eines alten Chems- oder Leftfield-Stücks haucht „Breathe“ dann aus und explodiert mit all dem Können und der Träumerei des unvergesslichsten Techno der 90er. Wallace scheint für den sumpfigen Rhythmus von „Masada“ den Ruhebereich aufzusuchen, bevor er seine Zeitlupenstärke beweist, eine Sergeant-Peppering-Psychedelik, die wahre hedonistische Dichte und Schwung erzeugt. Zum Schluss und im Gegensatz dazu hält „River Dancers“ eine subtile Hypnose in ähnlichem Tempo mit viel weniger Mitteln, nutzt einfache Klangfarben und eine stotternde, unschuldige Gesangseinlage, um weit entfernt von den früheren, maximalistischen Wundern der EP eine weitblickende Laune heraufzubeschwören.