Asa Tate – Nachbildung
LABEL: Rhythm Section InternationalAls Schüler der Weatherall-Schule des Plattenauflegens hat Asa Tate im Lauf der Jahre eine erstaunlich reife Herangehensweise an die Produktion gezeigt, die sein Alter Lügen straft. Man könnte meinen, diese 4 Stücke seien von einem staubigen DAT-Band aufgetaucht, in den Gewölben eines norditalienischen Klubs weggeschlossen und nach 30 Jahren wiederentdeckt worden … Hört man genauer hin, bemerkt man den zeitgenössischen Produktionsschliff und neuere Einflüsse, die diese EP zu einer gelungenen Neuinterpretation des House-Klangs der mittleren 90er machen: irgendwo zwischen Dream House und Morales’ bester Arbeit unter dem Namen Red Zone.
Die EP verliert keine Zeit und setzt ihre Absicht gleich mit dem A1-Titelstück „Replica“: Nach einem kurzen, schwebenden Progressive-House-Vorspiel hallt der Refrain „ E-e-e-e-e-e-e-ECSTASY“ laut über gesampelten Stimmen, euphorischen Klavierakkorden, pochenden führenden Synthesizerklängen und einer federnden Tech-House-Basslinie.
„89“ ist ein sinnlicher Deep-House-Titel mit dem aufstrebenden spanischen Stern Dariam Coco am Gesang. Er schwebt wie ein Schmetterling, sticht aber wie eine Biene, wenn die weichen Akkorde von gewaltigen Schlagzeug-Füllern unterbrochen werden, die einen Nachfeier-Kracher geschickt in einen Höhepunkt der besten Zeit verwandeln.
Weiter geht es mit „Unknowns“ – eine Meisterklasse darin, Spannung aufzubauen und zu halten – dieses Stück köchelt fast 6 Minuten lang mit gezügelter Intensität. Es ist Asa-Tate-Produktion in ihrer zurückhaltendsten und vornehmsten Form. Den Abschluss der EP bildet das treffend betitelte „Last Dance“, eine wehmütige Komposition, die uns langsam, sicher und sanft wieder auf den Boden zurückbringt; stets im Fluss, doch nie drängend – dies ist die Begleitmusik zum Ende eines langen Sommertages und bekräftigt Asa Tates Anspruch, ein moderner Meister des Deep House zu sein.