Eduardo Araujo & Silvinha – Ich bin ein Sohn dieses Bodens
LABEL: MR BongoEine einzigartige, kaleidoskopische Reise, die brasilianische Regionalrhythmen mit Funk, Rock, Soul und Psychedelik verbindet – von Eduardo Araújo und Silvinha. Von einigen der größten Plattenaufleger der Szene geliebt, darunter Floating Points, wurde sie zusätzlich verewigt, als Madlib „Opanigê“ für seinen Titel „São Paulo“ abtastete. Das Album enthält außerdem Mitwirkende von Os Mutantes, Banda Black Rio und Som Nosso. ================= Die Sänger Eduardo Araújo und Silvinha Araújo hatten seit den 1960er-Jahren erfolgreiche Laufbahnen in Brasilien.
Eduardo gelang der Durchbruch mit dem rockgeprägten Jovem-Guarda-Hit „O Bom“. Als er sich stärker dem Soul zuwandte, veröffentlichte Eduardo 1969 „A Onda É Boogaloo“, produziert von einem jungen Tim Maia, und legte danach eine Reihe weiterer bemerkenswerter Veröffentlichungen nach. Silvinha, ebenfalls Teil der Jovem-Guarda-Bewegung, nahm eine Folge hervorragender Alben sowie zahlreiche 7-Zoll-Kompaktplatten für Odeon und RCA auf. 1976 brachte das Duo das wegweisende Untergrundalbum Sou Filho Dêsse Chão heraus, samt seiner auffälligen psychedelischen Umschlaggestaltung von Gustavo Matula und Jan Matula. Das Album bot eine hochkarätige Besetzung von Musikern, darunter der herausragende Akkordeonist Dominguinhos, der Schlagzeuger Dirceu Medeiros, der auf dem ersten Os-Mutantes-Album spielte, sowie Mitglieder der angesehenen Gruppen Banda Black Rio und Som Nosso. Sou Filho Dêsse Chão wurde von den Reisen des Paares nach Salvador, Bahia, angeregt. Eduardo wurde von der brasilianischen Kultur der Region beeinflusst und wollte die Klänge von Capoeira, Forró und Candomblé in das Album aufnehmen und einfangen. Hier verschmilzt die traditionelle afrikanisch-brasilianische Kultur Nordbrasiliens mit der zeitgenössischen Unterhaltungsmusik der Tropicália-, MPB-, Psychedelik-Rock- und Black-Rio-Bewegungen aus Rio und São Paulo. Indem sie die Kulturen zusammenführten, gelang es Eduardo und Silvinha, diese Stilrichtungen nahtlos zu verbinden.
Es ist ein Album voller Höhepunkte: der Tim-Maia-ähnliche Funk von „O Tempo Que Esse Tempo Tem“, durchzogen von Rockklängen, steht Seite an Seite mit dem akkordeongetragenen „Sou Filho Desse Chão“ und dem rollenden Rhythmus von „Manda Embora A Tristeza“. Anderswo lässt der elegante, rauschhafte Psychedelik-Funk von „Capoeira“ Eduardo und Silvinha mühelos die Gesangspartien tauschen. Die Platte erreichte auch außerhalb Brasiliens ein neues Publikum, als einer der herausragenden Titel, das höchst eigenständige, weltraumhafte „Opanigê“, von Madlib für seinen Titel „São Paulo“ abgetastet wurde. Obwohl es bei Erscheinen kein kommerzieller Erfolg war, hat Sou Filho Dêsse Chão seither seinen Platz als sinnbildliche und geschätzte Langspielplatte gefunden.