Exotische Gärten – Drogen & Fernsehen
LABEL: Emotional ResponseEmotional Response freut sich, die Debüt-EP von Aaron Coyes (Peaking Lights / Leisure Connection) mit seinem neuen Projekt Exotic Gardens vorzustellen. Ein zusätzliches Musikuniversum, in dem sich seine Liebe zu Dub ausweitet und nun auch Neue Welle, Gruftklang und säuregetränkte Psychedelik in 5 eingängige, bassschwere Stücke aufnimmt.
Während die fortlaufende Reise seines Duos Peaking Lights mit seiner Frau Indra gleichermaßen Lob und Anhänger gewinnt, reichen seine frühen Jahre als Ein-Mann-Polymath der lysergischen Musik zurück: eine Jugend in Punk- und Hardcore-Bands, erweitert durch einen Schub schöpferischer Entfaltung Mitte der 90er beim „Leben in San Francisco“, in dem er Musik, Stilarten und Einflüsse für ein ganzes Leben in sich aufsog.
Als Nebenprojekt zu Peaking Lights und seinen persönlichen Dub-Ausflügen begonnen, bestäubt Exotic Gardens ein reiches Klanggewebe. Aufgenommen während der Pandemie in ihrem damaligen Zuhause in Amsterdam, bevor alles abgelegt, zusammengetragen und nach dem Umzug zurück „nach Hause“ an die Westküste Kaliforniens vollendet wurde.
Mit der erneuten Hinwendung zu dieser Liebe zu seinem inneren Grufti ist die ganze analoge Wärme da; nun mit Coyes’ Dub-Trägheit aus ausgedünnten Schlagautomaten, breitwandigem Bass, spukhaften Gitarrenlinien und einer beinahe teilnahmslosen Stimme, die echte, rohe Lieder vorträgt.
Zusammen packt dich die Popschicht aus Haken und straffen Rillen sofort. Auftakt und EP-Titel Drugs & TV ist die perfekte Hymne für den Klang von Exotic Gardens, bevor die „Dubwelle“ von Last Of The Light und Tonite jene sehnsüchtige Schwermut der Jugend schimmern lässt.
Im fast 10-minütigen Dub-Haus-Epos Organize Your Movement zeigt sich eine Wertschätzung und ein Verständnis für die bewusstseinsverändernden Eigenschaften der Roland 303 und 909; zugleich verweisen sie auf eine Liebe zu Industrie- und Lärm-Bands, eine Linie vom Todespuls seines Kultprojekts Rahdunes über Klanggestaltung und Klangsystem-Kultur bis hin zu den Pop-Dub-Psychedelika mit Indra, hier nun verschmolzen und erweitert um einen dunklen Angriff, flüsternde Beschwörungen und pulsierende Flächen.
Zum Schluss ist Turn It On eine umherschweifende, vielgestaltige Beschwörung, ein exotisches Ende dieses unermüdlichen Troubadours, Kassettennarren, Plattenhändlers, Klangsystembauers, der stets darauf aus ist, wieder auf die Straße zu kommen, um zu leben, um umherzuziehen.
„I turn it on, you lose your mind’.