Finn Rees & SHOLTO – Liebe in Erinnerung / Hasenglöckchen
LABEL: Mr BongoDies war eine unerwartete Freude – zwei unserer liebsten zeitgenössischen Musiker, Finn Rees & SHOLTO, die zusammenkommen und bei einer doppelten Dosis himmlischer, filmischer Alchimie zusammenarbeiten. Bei Mr Bongo sind wir große Bewunderer des Schlagzeugers, Musikers und Produzenten SHOLTO (Oscar Robertson). Seine beiden Alben bei Funk Night Records und DeepMatter Records waren jeweils Höhepunkte ihrer Jahrgänge. Wir hatten Oscar kennengelernt und ihm ein paar Schallplatten geschickt. In dem Paket war auch das erste Album des australischen Pianisten und Komponisten Finn Rees, Dawn Is A Melody, das zu unseren liebsten Veröffentlichungen bei Mr Bongo im Jahr 2024 gehörte. In Oscars Worten: „Für mich war es eine herausragende moderne Jazzplatte – sie fasst eine geistige / dunstige, träumerische Klanglandschaft zusammen, die bei mir stark nachklang. Gleittöne auf den Tasten und Harfe mit üppigen Melodien – ich war sofort neugierig.“ Die beiden begannen, einander im Netz zu folgen, und wie es der Zufall wollte, blieb Finn für die Sommersaison in London, also verabredeten sie sich. Die beiden verstanden sich auf Anhieb und sagten, es habe sich angefühlt, als kennten sie sich seit Jahren. Nach 40 Minuten Plaudern fingen sie an zu spielen. „Love In Memory“ und „Bluebell“ wurden über zwei Tage aufgenommen – ein Stück pro Tag in Oscars SFJ-Studios. Weitgehend mit analoger Ausrüstung eingespielt, nutzte das Duo Wurlitzer, Mellotrons und Bändchenmikrofone über Oscars Studer-Mischpult aus den 70ern. Ohne eigentliche Absicht komponiert und ausgearbeitet – außer der gemeinsamen Wertschätzung für denselben Musikstil und dieselbe Herangehensweise – nahmen die Stücke Gestalt an. Die Ergebnisse sind so üppig, wehmütig und vielschichtig, wie man es von diesen zwei brillanten Musikern erwarten würde, mit einem klassischen Anklang, angeregt von Künstlern wie Piero Piccioni, Piero Umiliani und Henry Mancini. Für die schönen Streichersätze holte das Duo die Fähigkeiten von SHOLTOs langjähriger Freundin und Mitstreiterin Clementine Brown (Penguin Cafe Orchestra) sowie Matthew Hayes hinzu; außerdem wurde Matthew Hayes, bekannt durch 30/70, Allysha Joy, Xpress Point und Zeitgeist Freedom Energy Exchange, dazugeholt, um bei „Bluebell“ den Bass zu spielen. Hier haben wir es also: ein zufällig entstandenes Gemeinschaftsprojekt, getragen vom gegenseitigen Respekt zweier Musiker für die Arbeiten des jeweils anderen. Das Ergebnis ist wahrhaft atemberaubend.