Galliano - Irgendwo auf halbem Weg
LABEL: Brownswood RecordingsFast drei Jahrzehnte nach ihrer letzten Veröffentlichung sind die Wegbereiter des Acid Jazz, Galliano, mit Neuigkeiten zu ihrem neuen Langspielalbum „Halfway Somewhere“ zurück, das am 30. August bei Gilles Petersons Brownswood Recordings erscheint. Entstanden aus Londons Untergrundclubs und Lagerhauspartys der mittleren bis späten Achtzigerjahre, mit der Debütsingle auf dem Acid Jazz-Label im Jahr 1988, gingen Galliano aus einer Kultur hervor, die Musik, Tanz, Kleidung, Kunst, Gestaltung und das geschriebene Wort umfasste. Als sie 1990 als erste Band auf Gilles Petersons Talkin’ Loud-Label mit „Welcome to the Story“ (produziert von Chris Bangs, der den Begriff Acid Jazz prägte) in Gabicci-Pullovern, Perlen und Schädelmützen auftraten, fingen sie eine Szene ein, die auf Neuerfindung beruhte. „Wir haben alle mit dem gespielt, was wir in die Finger bekommen konnten, sei es ein Siebzigerjahre-Buch über jamaikanischen Stil oder alte Last Poets- und Watts Prophets-Platten“, sagt Gallagher. „Wir recycelten Dinge schon seit einigen Jahren, aber plötzlich hatte sich alles zusammengefügt und man hatte eine Mischung, die ziemlich solide wirkte.“ Für ihr erstes Album seit 1997 sind Rob Gallagher und seine Partnerin, die Sängerin Valerie Etienne, von Galliano-Stammkräften wie Ernie McKone am Bass, Crispin Taylor am Schlagzeug und Ski Oakenfull an den Tasten begleitet (mit Gästen wie dem Saxophonisten Jason Yarde und dem Perkussionisten Crispin „Spry“ Robinson). Während das alte Galliano Platten recycelte, die sie in Clubs hörten, reagieren sie heute auf die kaleidoskopische globale Jazzszene – vom Total Refreshment Centre in London bis zum International Anthem in Chicago. Mehr als vierzig Jahre nach ihrem Zusammenschluss sind Galliano immer noch nur „Halfway Somewhere“, doch beim Hören des Albums merkt man deutlich, dass sie dabei sichtlich Freude haben. „Ich denke, die Sterne müssen richtig stehen, wenn man Dinge neu macht“, sagt Gallagher. „Von dieser Tür aus heranzugehen ist ganz anders als die Tür, durch die wir damals kamen. Aber wenn es einmal existiert, ist es etwas. Aber ich bin mir immer noch nicht sicher, was dieses Etwas ist.“