Mort Garson - Mother Earth’s Plantasia Vinyl - Vinyl Record
RELEASE

Mort Garson - Mutter Erdes Pflanzenmusik

LABEL:   Sacred Bones

ARTISTS: Mort Garson
RELEASE DATE: 2023-11-03
CATALOGUE NUMBER: SBR3030LP
FORMAT: 12" Vinyl
STYLE: Synth, Experimental, Reissue

Mitte der 1970er Jahre fegte eine Naturgewalt durch die kontinentalen Vereinigten Staaten, die alle Schichten von Rasse und Stand durchdrang und sich in unseren Köpfen, unseren Häusern, unserer Kultur festsetzte. Es war nicht Der Exorzist, Goodbye Yellow Brick Road oder gar Schlaghosen, sondern ein Buch namens Das geheime Leben der Pflanzen. Das Werk des Okkultisten/ehemaligen OSS-Agenten Peter Tompkins und des ehemaligen CIA-Agenten und Wünschelrutengängers Christopher Bird schoss auf die Bestsellerlisten und verbreitete sich wie Kudzu über das Land und wurde zu einem Phänomen. Offensichtlich über Nacht blühte das Geschäft mit Zimmerpflanzen auf, und photosynthetische Eukaryoten aller Gattungen hingen an Wänden, thronen über Bücherregalen und sonnten sich auf sonnigen Fensterbänken. Die Wissenschaft hinter Das geheime Leben war zweifelhaft: Pflanzen können unsere Gebete hören, sie sind Lügendetektoren, telepathisch, in der Lage, Naturkatastrophen vorherzusagen und Signale aus fernen Galaxien zu empfangen. Doch das hielt Millionen nicht davon ab, ihre neuen Pflanzen zu kaufen und zu pflegen.  
 
Vielleicht die verrückteste Behauptung des Buches war, dass Pflanzen auch Musik mögen. Und egal, ob man eine Bogenhanf, Spargelfarn, Friedenslilie oder was auch immer von Mutter Erde in der Melrose Avenue in Los Angeles kaufte (oder eine Simmons-Matratze bei Sears), nahm man auch Plantasia mit nach Hause, ein Album, das eigens für sie aufgenommen wurde. Mit dem Untertitel „warme Erdklänge für Pflanzen... und die Menschen, die sie lieben“ war es voll von ländlichen, charmanten, gemütlichen, entschieden unwissenschaftlichen Melodien, gespielt auf dem neuartigen Gerät namens Moog. Pflanzen gibt es seit Anbeginn der Zeit, aber offenbar liebten sie den Moog, ganz gleich, dass der Synthesizer erst seit wenigen Jahren auf dem Markt war. Am meisten liebten die Pflanzen die Liedchen des Komponisten Mort Garson. 
 
Nur wenige Figuren der frühen elektronischen Musik können sowohl furchtlose Wegbereiter als auch kitschige Modenachläufer sein, doch Garson vereinte beide Extreme und wurde deshalb kaum gewürdigt. Als ein Autor rhetorisch fragte: „Wie konnte Garsons Musik so allgegenwärtig sein, während der Mann selbst so unauffällig blieb?“, war die Antwort einfach. Lange bevor Brian Eno es tat, machte Garson unauffällige Musik, sowohl der Mann als auch seine Musik so unauffällig wie ein Grünlilie (Chlorophytum comosum). Julliard-ausgebildet und in der Nachkriegszeit als Studiomusiker tätig, schrieb Garson Lounge-Hits, arrangierte üppige Begleitungen für Doris Day und schmückte weinende countrypolitanische Streicher um Glen Campbells „By the Time I Get to Phoenix“. Er konnte die Beatles und Simon & Garfunkel gleichermaßen in leichte Unterhaltungsmusik verwandeln und erfand auch seine eigenen Liedchen. „Eine Idee“, wie Garson selbst es gedehnt aussprach. „Ich lebe mit ihr, ich gehe mit ihr, ich singe sie.“ 

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