Verschiedene – Verlorene Küste: Einige visionäre Musik aus Kalifornien, 1980–1992
LABEL: House Rules**COKE BOTTLE CLEAR - DURCHSICHTIGE LP
Eine Sammlung obskurer und ungehörter metaphysischer Klänge, 1980–1992
Lost Coast: Some Visionary Music from California versammelt wenig bekannte Klänge aus Kaliforniens metaphysischem Untergrund. Jede Aufnahme ist stilistisch anders – Traumpop, Gitarrensoli, Vierte-Welt-Musik, avantgardistische Elektronik –, doch zusammengehalten werden sie von einem regionalen Ethos des „Visionären“. Das ist Musik, die entwirft: die mit dem inneren Auge sieht und neue Welten heraufbeschwört.
Manche sagen, Kalifornien sei der Ort, „wo die Nüsse aufhören zu rollen“ – wohin jene gelangten, die zu wunderlich waren, um anderswo hineinzupassen. Was abwertend gemeint war, lässt sich leicht als Feier des freien Denkens und des freien Ausflippens zurückgewinnen. Bis zur Jahrtausendwende rollten Suchende aller Art nach Westen, bis sie den Pazifik erreichten. An dieser Kante angekommen, war Musik ein Weg, noch weiterzurollen: sich Gegenden vorzustellen, denen man nie begegnet war, und Wellenlängen, die man noch nicht gehört hatte.
Lost Coast ist ein Gedenken an die Menschen, die diese Reisen unternahmen, und eine Wiederbelebung von Aufnahmen, die sie kaum zu verbreiten suchten. Während einige Stücke ursprünglich auf Kassetten mit bescheidener Verbreitung erschienen, wurden andere nur unter Freunden weitergegeben oder überhaupt nicht geteilt. Aus der persönlichen Sammlung der House-Rules-Betreiberin Zully Adler zusammengestellt, wurden diese Aufnahmen allesamt auf Kassetten auf Flohmärkten, Scheunenverkäufen, in ländlichen Gebrauchtwarenläden und an noch seltsameren Orten gefunden – etwa vor einem Edelstein- und Mineralienladen oder auf der Ranch eines pensionierten Meskalin-Händlers.
Dennoch sind diese Aufnahmen außerordentlich gut anzuhören. Kalifornien ist ein Ort, an dem das Seltsame und das Angenehme häufig miteinander im Bett liegen.