Verschiedene - Virtuelle Träume: Umgebungs-Erkundungen im Haus- und Technolzeitalter, 1993-1997
LABEL: Music From MemoryMusic From Memory freut sich, seinen 50. Geburtstag mit einer besonderen Veröffentlichung zu feiern: MFM050 - V/A - Virtuelle Träume: Klangliche Erkundungen im Zeitalter von House & Techno, 1993-1997 (3xLP/2xCD). Die erste einer Reihe von Zusammenstellungen, neben ausführlicheren, künstlerfokussierten Veröffentlichungen, wird Virtuelle Träume Musik aus den 1990er Jahren erforschen, die die Grenzen des „Ambient“ neu definierte. Es handelt sich um Musik, die die Möglichkeiten der Ambient-Musik in einem neuen Rahmen auslotete, oft geschaffen von House- und Techno-Musikschaffenden für eine Welt jenseits der Tanzflächen, aber sehr wohl mit dem Zuhörer vor und nach dem Clubbesuch im Sinn.
Als House und Techno Mitte der 1980er Jahre aus Amerika herausbrachen, wurde eine ganze Generation nicht nur musikalisch, sondern auch kulturell und chemisch neu geprägt. Ihren Höhepunkt erreichte dies, ganz wörtlich, mit einem zweiten „Sommer der Liebe“ im Jahr 1988, als Millionen junger Menschen weltweit die lebensverändernden Höhen einer mutigen neuen Welt erfuhren – doch damit kamen natürlich auch die Tiefen; hier entstand das Konzept eines „Chill-out“-Raums. Während frühe Chill-out-Räume noch keinen eigenen Klang hatten und oft mit Musik wie Reggae und Soul unterlegt waren, begannen junge Techno- und House-Produzenten zunehmend, einen futuristischen „Ambient“-Soundtrack für eine Welt jenseits des Hauptsaals zu entwickeln.
„Ambient“ in diesem neuen Zeitalter hatte jedoch schärfere Zähne als in Brian Enos Schlüsselwerk „Music for Airports“; hier waren die Klänge das Transportmittel und nicht nur die Kulisse. Während die Melodien schön waren, entfernte sich die Klanglandschaft vom Ländlichen und träumte von dem Weltraum und der Technik, die aufregende neue Dimensionen eröffnen. Ähnlich wie im ersten Sommer der Liebe erforschten die Musiker erneut psychedelische, bewusstseinserweiternde und transzendentale Möglichkeiten der Musik. Und auch wie im ersten Sommer der Liebe begleitete eine psychedelische Bildsprache die Musik. Nun konnten die Stücke von Musikvideos begleitet werden, die frühe CGI-Techniken nutzten und fast ausschließlich in die Zukunft blickten: Sie stellten sich Technik, Natur und Menschheit verflochten in einer neuen utopischen Zukunft vor. Virtuelle Träume von einer besseren Welt.
Von Ambient- und frühen Chill-out-Klassikern über weniger bekannte Einzelprojekte bis hin zu Ambient-Abweichungen einiger der führenden House- und Techno-Produzenten enthält Band Eins von Virtuelle Träume Stücke von Bedouin Ascent, LA Synthesis, LFO, Marc Hollander, Mark Pritchard & Kirsty Hawkshaw, Richard H. Kirk und weiteren.