Wer ist wer – Wer ist wer
LABEL: Be With RecordsÄußerst seltenes Disco-Dynamit vom Vater von Thomas Bangalter (Das Punk). 2025 zum allerersten Mal als offizielle Neuauflage auf Schallplatte, 140-g-Schallplatte: „Das Punk hat mich hierhergebracht, er hat mir Das Punk gebracht“. Allein zu wissen, dass dieses Stück äußerst seltenen Disco-Dynamits vom Vater von Thomas Bangalter geschaffen wurde, sollte genügen, damit du das sofort kaufst – schon allein, um ein klein wenig mehr über den Hintergrund von Thomas und Das Punk zu verstehen. Doch das ist so viel mehr als nur eine Kuriosität aus der Familie Das Punk. Daniel Vangarde, geboren 1947 als Bangalter, ist ein französischer Liedschreiber und Tonträgerhersteller. 1975 gründete Vangarde sein Zeichen Zagora Records, mit dem wir bei dieser liebevoll zusammengestellten Neuauflage eng zusammengearbeitet haben. Über Jahre schrieb und erzeugte Vangarde Lieder, die im Untergrund blieben – unter mehreren Decknamen und für verschiedene Künstler. Als „der geheime Vater der französischen Disco“ bezeichnet, ist dieser hier, unter seinem Namen Who’s Who, ein groovender Knallkörper für Liebhaber von Disco-Funk, Archivmusik und kosmischen Rhythmen. Der intensive, stimmungsstarke Auftakt „Palace Palace“ pulsiert geradezu vor roher Kraft und klingt, ehrlich gesagt, wie etwas von Das Punks „Discovery“. Der Titel bezieht sich auf den angesagten Pariser Klub Le Palace, gewissermaßen das Pariser Studio 54. „Ich war in einem Nachtklub in New York, ein großer Ring, in dem die Leute Rollschuh liefen, mit einer Pfeife. Die Stimmung war großartig. Die Musik war durchweg Disco. Als ich zurückkam, habe ich dieses Stück gemacht. Ein Vocoder hat meine Stimme verwandelt. Damals wurde das nicht oft benutzt.“ Das Stück reitet auf einem mörderischen Groove und ist trügerisch vielschichtig, mit Schichten großartiger Schlagwerk-Arbeit und erstklassiger Synthesizerkunst überall darin. In Dauerschleife gehört, ist seine Brillanz schlicht nicht zu leugnen. Der lasche, in Zeitlupe glühende „Hypno Dance“ ist nach Meinung von Be With *der* tödliche Tanzflächen-Titel. Ein schlankes Stück erstklassiger Weltraum-Disco, erneut ausgerichtet auf den damaligen Rollschuh-Tanzrausch. So tief, so Disco, so instrumental. Ein unwirkliches Stück und – wie der Titel andeutet – völlig hypnotisch. Die Seite schließt mit dem etwas entbehrlichen „Popeden“ – ein beschwingtes Stück, das du, ganz ehrlich, vermutlich am besten überspringst. Haben wir dich je in die Irre geführt? Die B-Seite beginnt mit dem schlicht riesigen „Roll Jacky Roll“, einem weiteren mitreißenden, hochklassigen Rollschuhbahn-Kracher mit schönen Melodien, der weltweit geliebt wird. Das schiefe, abstrakte „Ad Libitum 80“ ist ein verdammt guter, wirbelnder, stakkatoartiger Elektro-Funk-Hüpfer, der seiner Zeit Lichtjahre voraus klingt. Das könnte der eigentliche, unaufdringliche Geheimtipp auf dieser Platte sein. ABGEHAAKT! Diese bemerkenswerte LP endet mit dem gewaltigen „Dancin' Machine“. Sie hat glatte Trommeln, die eine absolut erstklassige Lässigkeit ausstrahlen, und Anklänge an Italo-Synth-Funk. Ein entspannter, langsamer Rhythmus durchgehend sorgt dafür, dass du gar nicht anders kannst, als deinen Funk auszupacken, wenn das die Beschallungsanlagen zum Einsturz bringt. Das letzte Wort dazu überlassen wir Daniel: „Es amüsiert mich zu denken, dass mein Sohn Thomas von ‚Dancin’ Machine‘ für ‚Around The World‘ beeinflusst wurde“, sagt er. Beide Stücke beruhen auf einem hypnotischen, wiederholten Refrain. Beide Stücke sind natürlich zeitlose Werke europäischen Genies. Who’s Who ist wirklich ein fantastisches Rollschuh-Disco-Funk-Grundwerk der späten 70er und frühen 80er. Das Tonmaterial wurde vom Be-With-Stammmeister Simon Francis sorgfältig neu abgemischt, sodass es besser klingt als je zuvor. Cicely Balstons Fachkönnen hat dafür gesorgt, dass beim Schnitt nichts verloren geht, während die Schallplatten bei Record Industry in Holland nach höchstmöglichem Maßstab gepresst wurden. Beim Umschlag standen wir vor einem ungewöhnlichen Problem: Üblicherweise müssen wir uns auf einen ursprünglichen Umschlag als Ausgangspunkt für die Wiederherstellung stützen, doch stattdessen konnten wir die ursprüngliche 35-mm-Transparenz des Titelbildfotos abtasten. Das Problem ist, dass die Ergebnisse mit einem modernen Abtaster viel schärfer waren als bei der Herstellung des ursprünglichen Umschlags. Wir haben mit Belichtung und Farbgebung herumprobiert, aber leider sah unsere Fassung des Titelbilds am Ende immer noch zu gut aus! Hasst uns nicht.